Im Oktober und November lag in Kiel ein Knistern in der Luft: Der Auftakt zu einem Wahlkampf, der mehr sein will als nur Plakate und Presse – der Beginn des gemeinsamen Versuchs, das Rathaus zu erobern und die Stadt von links neu zu denken. Im Zentrum: Björn Thoroe, der für das Bürgermeisteramt kandidiert, und ein Abend, der zeigte, wie viel Kraft in einer Stadt steckt, wenn Menschen anfangen, sich einzumischen.
Im Mega Saray in Gaarden füllte sich der Saal langsam mit Genossinnen, Nachbarinnen, Neugierigen – Menschen, die gekommen waren, um zu hören, ob dieser Wahlkampf wirklich etwas mit ihrem Alltag zu tun haben würde. Zwischen Begrüßungsrufen, Stühlerücken und Teegeruch entstand eine Atmosphäre, die mehr an ein großes Treffen unter Freund*innen erinnerte als an eine distanzierte Wahlkampfshow.
Als Björn das Mikrofon nahm, war klar: Hier geht es nicht um eine bloße Kandidatur, sondern um ein anderes Bild von Stadt. Er sprach von einem Kiel, in dem niemand Angst vor der nächsten Mieterhöhung haben muss, in dem Bus und Bahn nicht Luxus sind, in dem Kitas, Kultur und Kiezpolitik wichtiger sind als Prestigeprojekte – und machte deutlich, dass genau dafür dieser Wahlkampf geführt wird.
Dann Jan van Aken: als erfahrener Linker an Björns Seite, nicht als Star, sondern als Verstärker. Er spannte den Bogen von bundesweiter Friedens- und Sozialpolitik bis hin zu den Kämpfen um jede einzelne Wohnung, jeden Treffpunkt, jeden sozialen Arbeitsplatz in Kiel – und machte spürbar, warum ein linkes Rathaus keine Träumerei, sondern eine logische Konsequenz gelebter Solidarität sein kann
An diesem Abend verschmolzen große Politik und konkrete Wahlkampfplanung: Wer hängt wo Plakate, welche Viertel wollen wir zuerst erreichen, wie holen wir Menschen ab, die längst nicht mehr an Politik glauben? Viele gingen mit Listen voller Termine nach Hause – und mit dem Gefühl, dass dieser Bürgermeisterwahlkampf nicht »für sie«, sondern mit ihnen geführt wird.
So wurde der Besuch von Jan van Aken in Kiel zum emotionalen Startschuss: einem warmen, dichten Moment, in dem aus einer Kandidatur ein gemeinsames Projekt wurde. Der Auftrag, der in der Luft hing, war klar: diesen Schwung mitnehmen – auf die Straßen, an die Haustüren, in die Stadtteile, bis ins Rathaus.