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Zwischen Aufbruch und Aussicht: drei Tage Berlin, die nachwirken

28. April 2026
Karl-Liebknecht-Haus in Berlin
Karl-Liebknecht-Haus in Berlin

Es beginnt im Halbdunkel des Kieler Bahnhofs, irgendwo zwischen Thermobechern, müden Augen und aufgeregtem Lachen. Noch bevor der Zug einfährt, liegt etwas in der Luft: Erwartung. Eine FLINTA*-Gruppe macht sich auf den Weg – eine Reise, ermöglicht durch die Bundestagsabgeordnete Tamara Mazzi. Was folgt, sind drei Tage, die mehr sind als Programmpunkte.

Schon die Fahrt wird zum ersten Kapitel: Gespräche, die sich wie von selbst entfalten, vorsichtig beginnen und schnell tiefer gehen. Als Berlin um 12:21 Uhr erreicht ist, fühlt sich die Gruppe bereits verbunden. Im Karl-Liebknecht-Haus, wo Geschichte nicht nur erzählt, sondern beinahe spürbar wird, verdichten sich Vergangenheit und Gegenwart. Hier, wo einst Ernst Thälmann wirkte, wird Politik greifbar – nicht als abstraktes System, sondern als gelebter Prozess.
Der zweite Tag öffnet den Blick. Vom Bebelplatz aus führt die feministische Stadtführung durch ein Berlin, das oft übersehen wird: eines der Widerständigen, der Vergessenen, der Mutigen. Geschichten von Frauen, die sich Raum erkämpften, verweben sich mit der Gegenwart. Es sind keine leichten Geschichten – und gerade deshalb hallen sie nach. Fragen entstehen, Diskussionen flammen auf, Gedanken bleiben hängen.


Später, in der Rosa-Luxemburg-Stiftung, wird reflektiert, vertieft, eingeordnet. Und am Abend dann der Bundestag – ein Ort, der sonst fern wirkt. Von der Tribüne aus wird Politik zur Szene, zur Auseinandersetzung im Hier und Jetzt. Im anschließenden Gespräch mit Tamara Mazzi verschwinden Distanzen: Fragen treffen auf Antworten, Zweifel auf Perspektiven.


Als die Gruppe schließlich in der Kuppel des Deutschen Bundestags steht, öffnet sich der Blick über die Stadt – und vielleicht auch ein Stück weit nach innen.


Am letzten Tag weht ein Hauch von Abschied durch die Straßen rund um das Brandenburger Tor. Noch einmal Berlin, noch einmal Gespräche, noch einmal dieses Gefühl von Gemeinschaft. Die Rückfahrt verläuft nicht ohne Hindernisse – und doch kommen alle an.


Zurück bleibt mehr als Erinnerung: ein gemeinsames Erleben, das nachklingt. Eine Reise, die nicht nur Orte verbunden hat, sondern Menschen.