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Selbstbestimmung verteidigen – Versorgung sichern!

28. April 2026
Quelle: Wikipedia: CC BY-SA 3.0Im DIAKO in Flensburg sollen zukünftig keine Schwangerschaftsabbrüche mehr möglich sein
Im DIAKO in Flensburg sollen zukünftig keine Schwangerschaftsabbrüche mehr möglich sein

Was sich in Flensburg abzeichnet, ist ein politischer Skandal mit Ansage: Aufgrund der Übernahme der DIAKO durch den katholischen Malteserorden droht ab März 2026 eine massive Versorgungslücke bei Schwangerschaftsabbrüchen. Medienberichte und Studien zeigen seit Jahren, dass der Zugang ohnehin eingeschränkt ist – besonders im ländlichen Raum. Flensburg wird nun zum Brennpunkt dieser Entwicklung.


Der neue Träger lehnt Schwangerschaftsabbrüche nahezu vollständig ab. Damit wird Ärzt*innen faktisch untersagt, notwendige medizinische Leistungen anzubieten – trotz klarer berufsrechtlicher Grundlagen. Für Betroffene bedeutet das: längere Wege, mehr Unsicherheit und reale gesundheitliche Risiken. Schon jetzt ist das Angebot in der Region massiv ausgedünnt. Die Petition, initiiert von Birte Lohmann aus dem Netzwerk »feministische Aktion Flensburg«, hat diese Missstände klar benannt und politische Konsequenzen eingefordert. Auch wenn sie nicht mehr unterzeichnet werden kann, wirkt sie politisch weiter – jetzt entscheidet sich, ob sie tatsächlich etwas bewegt.


Am 28. April 2026 um 10 Uhr findet im Kieler Landtag die öffentliche Anhörung statt, auch über Parla-Radio verfolgbar. Neben der Initiatorin werden das Gesundheitsministerium, das Sozialministerium und die Stadt Flensburg angehört. Noch am selben Tag wird im Anschluss – zunächst nicht öffentlich – über das weitere Vorgehen entschieden. Erst danach wird klar sein, wie der Petitionsausschuss entscheidet.


Die Erfolgsaussichten sind offen. Klar ist aber: Die Gegenseite arbeitet bereits mit fragwürdigen Darstellungen. Umso wichtiger ist öffentlicher Druck. Kommt zur Anhörung. Zeigt Präsenz. Stärkt Birte Lohmann den Rücken. Denn reproduktive Rechte sind kein Randthema – sie sind ein Gradmesser für soziale Gerechtigkeit.