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Landesparteitag der Linken SH in Rendsburg

28. April 2026
Landesparteitag der Linken SH in Rendsburg
Landesparteitag der Linken SH in Rendsburg

Im Hohen Arsenal von Rendsburg lag an diesem kalten Wochenende Ende Januar 2026 ein eigenwilliger Klang in der Luft: das Murmeln von Delegierten, das Rascheln von Papieren, das leise, trotzige Hoffen einer Partei, die sich neu erfinden will.

Zwei Tage lang rang Die Linke hier um Richtung, Haltung und Zukunft. Der Parteitag beschloss Anträge, die das Profil schärfen sollten: ein klares Nein zu Abschiebungen und ein Landesaufnahmeprogramm für Geflüchtete, der Einsatz für den Erhalt öffentlicher Infrastruktur wie der Bäderbahn über 2030 hinaus sowie Widerstand gegen Privatisierung – etwa bei der DIAKO-Klinik in Flensburg. Und immer wieder kehrte ein Motiv zurück: »Solidarität bleibt Handarbeit« – ein programmatischer Ruf nach stärkerer Verankerung vor Ort.
Der Ablauf folgte der vertrauten Dramaturgie innerparteilicher Demokratie: Präsidiumswahlen, Kommissionen, Redelisten, Abstimmungen – doch zwischen den Tagesordnungspunkten blitzte immer wieder Leidenschaft auf. Wortmeldungen, die nicht nur Zahlen, sondern Lebensrealitäten verhandelten; Applaus, der nicht routiniert klang, sondern erkämpft.

Ein Höhepunkt: die Wahl der neuen Doppelspitze. Mit Jana Lemke und Gerrit Schienke setzt der Landesverband auf ein Team aus Kiel – ergänzt durch einen Vorstand, der Generationen und Strömungen verbindet.

Am Ende blieb kein Triumph, sondern etwas vielleicht Wertvolleres: das Gefühl, dass Politik hier noch Arbeit ist – widersprüchlich, mühsam, aber getragen von der Überzeugung, dass ein anderes Schleswig-Holstein möglich bleibt. (ST)