Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, wurde auch in Rendsburg deutlich: Der Kampf für Gleichberechtigung ist noch lange nicht vorbei. Bereits um 11 Uhr versammelten sich zahlreiche Teilnehmerinnen in der Kreisgeschäftsstelle der Linken. Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren. Die Linke hatten zur Kundgebung aufgerufen. Gemeinsam mit Bündnispartnern setzten alle Teilnehmerinnen an diesem Tag ein starkes Zeichen der Solidarität und des gemeinsamen Widerstands.
In den Redebeiträgen wurde kein Blatt vor den Mund genommen. Es ging um die brutale Realität von Frauen in einer weiterhin patriarchal geprägten Gesellschaft: um Femizide, sexualisierte Gewalt und strukturelle Benachteiligung. In Deutschland wird fast jeden dritten Tag eine Frau von ihrem (Ex-)Partner getötet. Jede dritte Frau erlebt im Laufe ihres Lebens körperliche oder sexualisierte Gewalt. Gleichzeitig verdienen Frauen im Schnitt noch immer rund 18 Prozent weniger als Männer – ein Ausdruck systematischer ökonomischer Ungleichheit.
Auch in der Pflege, im Einzelhandel oder in der Erziehung – Berufen, die überwiegend von Frauen getragen werden – zeigen sich massive Ungerechtigkeiten: schlechte Bezahlung, prekäre Arbeitsbedingungen und mangelnde gesellschaftliche Anerkennung. Sorgearbeit bleibt unsichtbar und unbezahlt, obwohl sie das Fundament unserer Gesellschaft bildet.
Auch in sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram wurde der Protest sichtbar gemacht. Bilder, Videos und Statements verbreiteten die Botschaft weit über Rendsburg hinaus: Wir sind viele, wir sind laut und wir lassen uns nicht länger verdrängen.
Der 8. März ist kein symbolischer Feiertag – er ist ein Kampftag. Ein Tag, an dem wir nicht nur erinnern, sondern handeln. Die Teilnehmer*innen machten klar: Errungene Rechte müssen verteidigt und neue erkämpft werden. Der Feminismus bleibt notwendig – heute mehr denn je. Gemeinsam, solidarisch und entschlossen werden wir weiter für eine gerechte Gesellschaft streiten.