Zur Geschichte:
Samstag, 26.Juli 2025. »Bin gleich da.«. lautet eine WhatsApp-Nachricht. »Wo Treffen heute?«. kommt eine Gegenfrage. »Sind auf dem Schiffi!«. folgt prompt die Antwort. Dann geht alles ganz schnell. Innerhalb kürzester Zeit versammeln sich einige Mitglieder der Partei »Die Linke« auf dem Schiffsbrückenplatz in Rendsburg. Ein Stand ist dort angemeldet – informativ – bürgernah, doch auch … prophylaktisch.
Der politische Gegner lässt nicht lange auf sich warten. Schräg gegenüber dem roten Stand über dem die Partei- und eine Regenbogenfahne weht wird ein blauer aufgebaut. Die AfD. Widerstand formiert sich in Form von friedlichen Protesten. Passanten bleiben stehen, gesellen sich zu den Linken, die mit selbstgemachten Plakaten darauf hinweisen, dass Nazis in Rendsburg nichts zu suchen haben. Im Hintergrund spielt Musik: »Ganz Deutschland hasst die AfD …«. Eine Schachtel mit Blaubeeren wird rumgereicht mit den Worten: »Keine Blaubeeren für Nazis!«. Der Zuspruch ist groß. Die Resonanz auch: Unvermittelt brechen die Blauen ihre Zelte wieder ab. Ein kleiner Sieg im alltäglichen Kampf gegen »Rechts«!

Der Hintergrund:
Die Aktion »Keine Blaubeeren für Nazis« hat ihren Ursprung als antifaschistisches und antirassistisches Zeichen, um klare Grenzen gegen rechte und rechtsextreme Gruppierungen zu setzen. Die Initiative entstand 2010 in Regensburg als Reaktion auf einen rassistisch motivierten Überfall in einem Restaurant namens »Picasso«. Dort wurde ein Barkeeper von rechten Gewalttätern angegriffen, nachdem er sich gegen rassistische Beleidigungen ausgesprochen hatte. Aus diesem Anlass heraus gründeten Gastronomen in Regensburg die Kampagne: »Die Gastronomie in Regensburg zeigt Zivilcourage gegen Nazis und Rassisten!«. Über 130 Gastwirte aus der Stadt verpflichteten sich, keine rechten oder rassistischen Gäste zu bedienen. Die Aktion war ein klares Signal gegen Intoleranz, Rassismus und rechte Gewalt und wurde überregional bekannt. Anfang 2011 wurde der Aufkleber »Rassisten werden hier nicht bedient« entwickelt und in vielen Gaststätten verteilt, um die Haltung dauerhaft zu manifestieren. Der Slogan: »Keine Blaubeeren für Nazis« ist eine vergleichbare, humorvolle, aber klare Botschaft, die auf die Ablehnung von Nazis und Rassisten verweist. Die Aktion steht für die gesellschaftliche Haltung, die Ausgrenzung und Diskriminierung entschieden entgegentritt und hat in verschiedenen Städten als Symbol gegen »Rechts« Fuß gefasst.
Fazit:
»Läuft in Rendsburg!«, so Matthias Bteitauer, Mitglied des Ortsvorstandes der Linken in Rendsburg. (ST)